KinderUni Steyr: Wie Raumplanung und Architektur Menschen helfen können.

Im Workshop „Ein Stück ver-rücktes Steyr“ wurde von Kindern, gemeinsam mit Katherina und Fabian (movens), ein weniger prominentes Viertel der Stadt im Umfeld des Bahnhofs im Kontext der aktuellen Flüchtlings-Situation in Österreich betrachtet. Die jungen Planerinnen und Planer stellten sich Fragen, ob und wie zum Beispiel leerstehende Geschäftslokale und Gebäude für Menschen dienen könnten, die auf der Flucht vor Kriegen in Österreich Schutz suchen.

Achmed, ein syrischer Flüchtling, der das Team der KinderUni Steyr ehrenamtlich unterstütze, erklärte sich bereit, die zahlreichen Fragen der Kinder zum komplexen Thema zu beantworten.

Der junge Mann berichtete von seiner langen Flucht von Syrien über die Türkei, der gefährlichen Überfahrt mit einem Boot nach Griechenland und dem langen Weg von Griechenland nach Österreich, den er mit sechs Freunden hauptsächlich zu Fuß zurücklegte. Zwei Wochen verbrachte er in Mazedonien und Serbien in Haft. In Österreich kam er nur mit den Kleidern an, die er am Leibe trug, seinem Reisepass und einem Mobiltelefon an, das ihm zur Kommunikation mit seiner Familie und seinen Freunden diente.
Früher hat Achmed Wirtschaft studiert. Während des Krieges und auf der Flucht verlor er Freunde. Heute unterstützt er das Roten Kreuz ehrenamtlich als Übersetzer, hilft damit anderen Flüchtlingen und kümmert sich um kleine Reparaturen in seiner Flüchtlingsunterkunft. Er würde gerne arbeiten, doch das ist ihm als Asylwerber verwehrt.

Mit diesen Informationen und weiteren Interviews mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Viertels „Zwischenbrücken“, die während einer Exkursion im Projektgebiet durchgeführt wurden, ging es an das Entwerfen von Masterplänen. Erste wissenschaftliche Analysen, wie Mental Maps und die Aufgliederung in städtebauliche Elemente (vgl. The Image of the City, Kevin Lynch, 1960), welche die Kinder selbst durchführten, bildeten dazu die Grundlage.

Das Ergebnis der Analysen zeigte, dass dieser Stadtteil eine relativ inhomogene Struktur besitzt und unterschiedliche städtebauliche Morphologien aufeinander treffen. Besonders Interventionen aus dem 20. und 21. Jahrhundert stellten sich als problematisch im Sinne der Stadtstruktur heraus.

Genau hier setzten die Kinder an und entwarfen mit Modellen architektonische Interventionen zur Überbauung großer ungenutzter bzw. schlecht genutzter Räume (zum Beispiel Parkplätze, Baulücken, Leerstand etc.).
Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt. So entstanden Wohnhäuser für Kinder, Ausstellungsräume, Erlebnis-Spielplätze aber auch Siedlungen, die sowohl für Menschen aus der Region als auch für solche, die ihr Land verlassen mussten und in Steyr ein neues Zuhause finden sollten, geschaffen.

Die Kinder lernten in dem siebenstündigen Workshop, der am 1. September im Rahmen der KinderUni Steyr stattfand, Grundlagen und Bedeutung der Architektur und der Raumplanung kennen. Außerdem erfuhren sie Informationen über Studien- und Berufsmöglichkeiten.

Der Workshop nahm am Projekt myOÖ teil, an dem sich viele Kinder und Jugendliche beteiligten. Hier ein Video mit den Ergebnissen (auch unser Projekt ist vertreten, ca. ab 3:44): https://www.youtube.com/watch?v=JaKwZeE2bT0

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