Situation an den Schulen

Für SchülerInnen ist die Frage, welchen Beruf sie wählen wollen oft nicht leicht zu beantworten. Die Berufsmöglichkeiten sind vielfältig und stellen diese vor große Herausforderungen.

Herkömmliche Bildungs- und Berufsberatungen beziehen sich auf verzahnte Dienstleistungen, was bedeutet, dass von unterschiedlichen Einrichtungen wie beispielsweise dem Arbeitsmarktservice, Berufsberatungsstellen etc. Informationen zu Berufen erteilt werden.

Ein steigender Bedarf an Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Bildungsangeboten, speziell für Jugendliche, wird in Österreich unter anderem vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BM.W_Fa) sowie vom Ministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BM:UKK) attestiert und unterstützt.

Der Zusammenführung von Angebot und Nachfrage auf Bildungs- und Berufsmärkten kommt hierbei eine entscheidende Bedeutung zu. Vor allem im Raum Wien zeigt sich eine Vielfalt an Angeboten, AkteurInnen, Interessen und Bedürfnissen, womit das Angebot der Dienstleistungen im Bereich der Berufsinformation auch gestiegen ist.

Berufsorientierung wurde von Seiten der Politik seit den 1980er Jahren sukzessive als Bestandteil der Allgemeinbildung anerkannt und wird als Teil der Persönlichkeitsbildung betrachtet. Es herrscht Konsens darüber, dass die Berufsorientierung ein vielschichtiger und mehrjähriger Prozess ist, der bereits einige Jahre vor dem Zeitpunkt der tatsächlichen Entscheidung für einen Beruf oder Ausbildungsweg einsetzen muss. Das Hinführen junger Menschen zu beruflichen Laufbahnen, in denen sie ihre Fähigkeiten und Potentiale bestmöglich entwickeln und einsetzten können, muss in eine Bildungsumgebung eingebettet sein. Dementsprechend kommt der Schule hier eine wichtige Rolle zu.

Im österreichischen Schulwesen ist der Berufsorientierungsunterricht daher seit 1998/99 in der 7. und 8. Schulstufe in allen Schularten (Hauptschule, AHS-Unterstufe, Sonderschulen) als „verbindliche Übung“ verpflichtend im Ausmaß von je 32 Unterrichtsstunden (dies entspricht einer Wochenstunde pro Schuljahr) verankert. Orientierung zielt ab auf die Stärkung der Fähigkeiten der Jugendlichen und auf deren Bereitschaft, sich in neuen Umgebungen zurecht zu finden, sich eigenständig weiter zu orientieren, zu lernen, sowie daraus Handlungs- und Entscheidungsoptionen abzuleiten. Es gilt sich der eigenen Potentiale und Fähigkeiten bewusst zu werden und diese zur Entfaltung und zur Anwendung zu bringen, immer in Entsprechung zu beruflichen, wirtschaftlichen und unternehmerischen Anforderungen und Zukunftsperspektiven.

Initiativen zur globalen Orientierung in den Berufsfeldern speziell im Bauwesen und ihren raumgestaltenden Fächern, aber auch in den sonstigen raumrelevanten Fächern, die bereits in der Schule angeboten werden, existieren bis dato nicht, obwohl gerade diese Fächer mit ihren künstlerischen, technischen, naturwissenschaftlichen und sozialen Aspekten und Kompetenzfeldern ein breites Spektrum für die Orientierung bieten würden. Zwar werden in den letzten Jahren im Zuge der Baukulturvermittlung speziell aus der Architekturszene heraus vermehrt Initiativen unternommen um die Architekturvermittlung bereits im schulischen Kontext zu starten, jedoch können diese nur als punktuell bezeichnet werden. Ein umfassender Überblick über die Planungsarbeit im Bauwesen und die dazugehörigen Disziplinen fehlt derzeit gänzlich.

Obwohl gerade die raumrelevanten und raumgestaltenden Inhalte, im speziellen in der Architektur, eine klassische Querschnittmaterie mit Bezügen zu vielen schulischen Unterrichtsfächern darstellen (Deutsch, Geschichte, Geografie, Mathematik, Physik, Biologie, Religion, Philosophie, Bildnerisches Gestalten …), werden sie in der Schule nur selten fächerübergreifend vermittelt. Berufsorientierung und speziell Architekturvermittlung in Schulen ist in Österreich, im Gegensatz zu beispielsweise England, noch in ihren Anfängen.

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